Ruhrgebiet 2050:
Modellierung der Energiewende im Ruhrgebiet
(2013-2016)
Städte sind die größten Konsumenten von Energie und Produzenten von Treibhausgasen durch Heizung, Produktion und Verkehr. Zugleich sind sie durch ihre hohe Dichte besonders anfällig für negative Folgen des Klimawandels wie Überflutungen und Hitzewellen. Mit einer Bevölkerung von über fünf Millionen ist das Ruhrgebiet eine der größten städtischen Agglomerationen in Europa. Wie können die anspruchsvollen Treibhausgasreduktionsziele der Bundes- und Landesregierung erreicht werden? Gegenwärtige Politikansätze im Ruhrgebiet konzentrieren sich auf kleinteilige Maßnahmen zur Reduzierung von Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen und gehen umfassende Strategien zum Klimaschutz noch zu wenig entschieden an. Dabei verfügt das Ruhrgebiet durch seine industrielle Vergangenheit und polyzentrische Siedlungsstruktur über ein großes Potential zur Wiedernutzung brachliegender Industrieflächen und die Entwicklung verkehrsreduzierender und energieeffzienter Siedlungsstrukturen.

Das polyzentrische Ruhrgebiet

Ein Grund für die Vernachlässigung dieses Potentials in der Vergangenheit ist der Mangel an Wissen über die voraussichtlichen Wirkungen von Flächennutzungs-, Verkehrs- und anderen Maßnahmen zur Reduzierung von Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen auf Flächennutzung, Verkehr und Umwelt. Deshalb finanzierte die Stiftung Mercator, Essen, das Rahmenprogramm zur Umsetzung der Energiewende in den Kommunen des Ruhrgebietes zur Förderung von Kenntnissen und Problembewusstsein über die Notwendigkeit und Herausforderungen der Energiewende in den Gemeinden des Ruhrgebiets. Das auf vier Jahre angelegte Programm umfasste Erhebungen, Grundlagenforschungsprojekte, Bürgerbeteiligung und Umsetzungsstudien.

Das Projekt Ruhrgebiet 2050 war Teil dieses Programms. In ihm wurde das bisher für die Stadtregion Dortmund angewendete IRPUD-Modell von Flächennutzung, Verkehr und Umwelt in Stadtregionen auf das ganze Ruhrgebiet erweitert und zur Abschätzung der Auswirkungen von Flächennutzungs-, Verkehrs- und anderen Maßnahmen zur Reduzierung von Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen auf Wirtschaft, Mobilität, Lebensqualität und Umwelt im Ruhrgebiet bis zum Jahre 2050 angewendet. Hierzu wurde das Modell um Teilmodelle zur Energieeffizienz von Gebäuden, Elektromobilität und Carsharing erweitert und zur Simulation von Szenarien verwendet, die sich in ihren Annahmen über zukünftige Energiepreiserhöhungen und mögliche Kombinationen von Maßnahmen zur Reduktion des Verbrauchs fossiler Energien und zur Erhöhung der Energieeffizienz und des Gebrauchs erneuerbarer Energien zur Erreichung der energiepolitischen Ziele der Landesregierung Nordrhein-Westfalen unterscheiden.

Das Projekt war eine Zusammenarbeit mit dem Lehr- und Forschungsgebiet Umweltverträgliche Infrastrukturplanung, Stadtbauwesen der Bergischen Universität Wuppertal und dem Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie.

Weitere Informationen über das gesamte Rahmenprogramm sind auf der Homepage des Wuppertal Instituts http://www.energiewende-ruhr.de verfügbar.

Berichte

Schwarze, B., Spiekermann, K., Wegener, M., Huber, F., Brosch, K., Reutter, O., Müller, M. (2017): Städte und Klimawandel: Ruhrgebiet 2050. Integriertes Modell Ruhrgebiet und Regionaler Modal Shift. Abschlussbericht. Dortmund/Wuppertal: Spiekermann & Wegener Stadt- und Regionalforschung, Bergische Universität Wuppertal, Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie.

Brosch, K., Huber, F., Schwarze, B., Spiekermann, K., Wegener, M. (2014): Integriertes Modell Ruhrgebiet 2050: Stand der Forschung November 2014. Dortmund/Wuppertal: S&W/LUIS.

Brosch, K., Huber, F., Schwarze, B., Spiekermann, K., Wegener, M. (2014): Integriertes Modell Ruhrgebiet 2050: Projektbeschreibung Oktober 2014. Dortmund/Wuppertal: S&W/LUIS.

Fortschritte in der Modellentwicklung

   Oktober 2015
   April 2015
   Januar 2015
   September 2014
   Juni 2014
   April 2014

Tagungen

Brosch, K., Huber, F., Schwarze, B., Spiekermann, K., Wegener, M. (2016): Integrierte Stadtmodellierung: Flächennutzung, Verkehr, Energie, Umwelt. Referat auf der Dortmunder Konferenz Raum- und Planungsforschung 2016: Raummuster – Struktur, Dynamik, Planung, TU Dortmund, 22.-23. Februar 2016.

Vorläufige Ergebnisse des Projekts auf der Zwischenkonferenz des Rahmenprogramms am 17.Juni 2015 im LWR-Insdustriemuseum Oberhausen.

Schwarze, B., Spiekermann, K., Wegener, M. (2015): Are polycentric cities morte energy-effiient?. Referat auf der internationalen Konferenz Polycentric City Regions in Transformation – The Agglomeration Ruhr in International Perspective, Zeche Zollverein, Essen, 11.-13. Juni 2015.

Huber, F., Schwarze, B., Spiekermann, K., Wegener, M. (2013): Modelling the energy transition in cities. Referat auf der 13th International Conference on Computers in Urban Planning and Urban Management, Utrecht, 2.-4. Juli 2013.

Fuerst, F., Wegener, M. (2013): Energy efficiency of buildings: a new challenge for urban models. Referat auf dem Applied Urban Modelling Symposium (AUM 2012), Universität Cambridge, 24.-26. Juni 2012.

Huber, F. Brosch, K. (2011): Nachhaltige Verkehrsinfrastruktur Ruhr 2050. Referat auf dem Städtebaulichen Kolloquium der Fakultät Raumplanung, TU Dortmund, 8. November 2011.

Wegener, M. (2011): Nachhaltige Mobilität durch Polyzentralität. Referat auf dem Städtebaulichen Kolloquium der Fakultät Raumplanung, TU Dortmund, 8. November 2011.